Nachhaltigkeit

Auswertung (final) unserer Kurzumfrage bei Verwaltungsräten *).
 
Bergen ökologische Nachhaltigkeit und Grüne Wirtschaft mehr Chancen oder Risiken?

Herzlichen Dank an Frau Dr. Sibyl Anwander, Abteilungsleiterin Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVE, für die Initiative und Mitgestaltung dieser Umfrage.

Hintergrund: VW erlebt aktuell einen existentiellen Super-GAU, weil sie auf eine deutliche Verschärfung der Grenzwerte im amerikanischen Markt mit Betrug statt technischer Innovation reagiert haben.
Und am 3. Swiss Green Economy Symposium am 6. November 2015 wurden Chancen für die Industrie diskutiert, die SSF (Swiss Sustainable Finance) und das Swiss Team der UNEP (Inquiry for a Sustainable Finance System) sind an der Erstellung einer Roadmap für ein nachhaltiges Finanzsystem Schweiz. Vertreter von Wirtschaft, Bund und Kantonen erarbeiten im Ressourcen-Trialog die Grundlagen für den Übergang von einer vorbildlichen Recyclingpolitik zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft.

*) 90-Sek.-VR-Umfrage
Die 90-Sekunden-VR-Umfrage wird von P-Connect alle 1-2 Monate zu aktuellen Themen durchgeführt und ist Teil unserer Executive-Search Tätigkeit im Umfeld von Verwaltungsräten/ Geschäftsleitungen und unseres Interesses für Persönlichkeiten und deren Impact auf Unternehmen und Wirtschaft.

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Frage 1: Ist ökologische Nachhaltigkeit ein Thema?
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Kommentar:
– 86% betrachten ökologische Nachhaltigkeit als Chance,
– 50% auch als Risiko,
– 4% nur im Rahmen von Risikobetrachtungen,
– 10% sind oder fühlen sich nicht betroffen.

Frage: Wie intensiv bearbeiten Sie das Thema Nachhaltigkeit? (nur falls Frage 1= JA = 90%)
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Kommentare:
– Produktentwicklung mit Ausrichtung „Nachhaltigkeit“.
– Teil der Produktentwicklung.
– Bei der Produktvermarktung wird die Nachhaltigkeit beworben.
– Mit unseren Lösungen ermöglichen wir unseren Kunden CO2 Ausstoss zu reduzieren, deshalb sind sie ein wichtiges (strategisches) Thema im VR.

Frage: Weshalb ist Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen kein Thema? (nur falls Frage 1 = NEIN = 10%)
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Kommentare:
– Wir sind ein reines DL-Unternehmen.

Frage: Führen Sie ein Inventar an Reputationsrisiken in Sachen Nachhaltigkeit? (alle aus Frage 1)
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Innovation fördern

VR-Praxis_Persoenlich_Monika_Kruesi_Heft_201511VR-PRAXIS-Persönlich im Gespräch mit MONIKA KRÜSI. Sie beeinflusst im Verwaltungsrat von Schweizer Industrieunternehmen deren Strategien und setzt sich als Coach bei der KTI für die Förderung von Unternehmertum ein, indem sie hilft, Innovationen an den Markt zu bringen.

Gespräch mit ANOUK ARBENZ, CHRISTOPH HILBER

Download des Interviews als PDF.
Auch auf www.moneycab.com und www.unternehmerzeitung.ch veröffentlicht.

Vor allem Männer ab 45 Jahren träumen von einem Verwaltungsratsmandat. Dabei handelt es sich letztlich aber um einen Job wie jeder andere, wenn auch um einen spannenden. Monika Krüsi sprach mit uns über die Rolle der Frauen in der Führungsetage, die Hürden heutiger Jungunternehmen und die Chancen von Industrie 4.0, welche die Schweiz unbedingt nutzen sollte.

Sie haben einen Doktor in Informatik, sind Betriebswirtschafterin und der Branchenschwerpunkt Ihrer Tätigkeit liegt in der Investitionsgüterindustrie, der Bau- und Baunebenbranche, im Verkehr und Hightech-Bereich. Sind Sie die Antithese des klassischen Rollenbildes?
An ein klassisches Rollenbild glaube ich nicht mehr. Allerdings gehöre ich in der Schweiz als Frau mit meinem Hintergrund schon zur Minderheit. Ich habe aus Interesse Informatik und Betriebswirtschaft studiert, vor allem weil mir das Methodische und Systematische, das Arbeiten mit Modellen sehr gefallen hat. Mich hat auch fasziniert, wie man über die Informatik Produktionsprozesse steuern und kontrollieren kann.

Woher kommt Ihre Leidenschaft zur Technik? Hat Ihr familiärer Hintergrund dazu beigetragen?
Ob das Interesse familiär bedingt ist, weiss ich nicht, jedoch sagte man mir, dass ein gewisser Herr Krüsi Assistent von Thomas Edison gewesen sein soll (lacht). Ich bin eine sehr neugierige Person. Mich hat immer schon interessiert, wie die Dinge funktionieren und aus was sie bestehen.

Sie sind unter anderem VR bei Burckhardt Compression und CP Pumpen – beides grössere Firmen – und haben auch die Startup-Welt kennengelernt. Konnten Sie Ihre Erfahrungen dort einbringen?
Als ich bei McKinsey war, haben wir vor allem Grossfirmen beraten. Später bin ich dann mit Startups in Kontakt gekommen. Als VR versuche ich, die Stärken von Gross- und Jungunternehmen zu vereinen. Denn beide können voneinander lernen. Startups sind meist etwas chaotisch und brauchen Strukturen und einen klaren Fokus, um zu wachsen. Grossfirmen dagegen könnten etwas mehr «Chaos» im Sinne von Flexibilität vertragen. Bei einem Grossunternehmen haben wir dies z. B. mit hierarchieübergreifenden Entscheidungs-Gremien gelöst.

Als Frau sind Sie eigentlich immer in der Minderheit. Muss man sich da ständig behaupten?
Ich musste mich nie speziell behaupten. Ich war immer in Bereichen tätig, in denen es wenige Frauen hatte. Ich habe in meiner Karriere allerdings mit zwei Frauen in Führungspositionen gearbeitet, die richtig anstrengend waren. «Kratzbürsten» habe ich sie genannt. Ich warf einen Blick hinter diese Fassade und merkte, dass es sich eigentlich um faszinierende Persönlichkeiten handelt – heute verstehe ich mich bestens mit Ihnen. Sie mussten sich diese Haltung leider aneignen, um akzeptiert zu werden.

Wie machen Sie sich ein Bild von den Unternehmen, in denen Sie VR sind?
Ich gehe immer durch die Produktionshalle und sehe mir das Lager an. Dieses ist für mich das Spiegelbild eines Unternehmens. Man sieht Abläufe, gewisse Strukturen, wie die Leute arbeiten und einen begrüssen. Man kann dort bereits Schwachstellen ausmachen und erkennt, wo man als VR ansetzen kann.

Müssen Sie sich anfangs jeweils etwas zurückhalten, um nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen?
(Lacht) Ich glaube, gerade das macht auch die Rolle eines VRs aus; dass man aufmerksam und kritisch ist und Dinge hinterfragt. Da bin ich dann schon direkt.

Dr. Monika Krüsi
Dynamik schaffen bei den einen, fokussieren bei den anderen: Grossfirmen und Startups sollten voneinander lernen, findet Monika Krüsi.

Haben Frauen einen anderen Führungsstil als Männer?
Es heisst oft, Frauen seien sensitiver auf bestimmte Dinge, denken umfassender und sprechen Probleme öfter an. Männer merken es vielleicht, sprechen es aber nicht an. Für mich ist es aber zu einfach, wenn man sagt: So sind Frauen, so Männer. Der kulturelle und soziale Hintergrund hat einen viel grösseren Einfluss als das Geschlecht.

Sie sind Mutter von zwei Kindern. Wie managt man Familie und Beruf?
Ich habe einen ganz bewussten Entscheid getroffen, mit meinem Mann und meinem Umfeld. Ich wollte Kind und Karriere. Dazu muss man stehen, auch wenn Aussenstehende dies vielleicht nicht verstehen wollen. Neben einer guten Organisation braucht es auch einen enormen Energiepegel, weil man auf mehreren Ebenen jongliert. Ich bin sehr froh, dass ich die Unterstützung von meinem Mann, meiner Schwiegermutter und meiner Schwester habe.

Was würde sich ändern, wenn es mehr Frauen im VR gäbe?
Bessere Entscheide. Ganz klar (lacht). Das hat aber nichts mit Frauen oder Männern zu tun, sondern mit Diversität allgemein. Je besser durchmischt, desto bessere Entscheide gibt es. Unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Kulturen bringen verschiedene Sichtweisen ein und sorgen somit für eine bessere Entscheidungsqualität.

«DIVERSITÄT BRINGT BESSERE ENTSCHEIDE.»

Sie engagieren sich bei der KTI für die Förderung von Unternehmertum. Wo sehen Sie für diese noch die grössten Hürden?
Die Schweiz ist laut dem World Economic Bericht das zweitinnovativste Land der Welt. Das Problem ist, dass wir nichts daraus machen – sprich: Wir kommerzialisieren diese Ideen nicht. Wir bringen die Produkte nicht auf den Markt, generieren keinen Umsatz und schaffen dadurch auch keine Arbeitsplätze. Ich setze mich dafür ein, dass sich dies ändert.

Woran könnte es liegen, dass solche Ideen zu wenig umgesetzt werden?
In der Schweiz ist man eher technisch und weniger marktorientiert. Manchmal denke ich auch, dass wir etwas zu perfektionistisch sind. Die Leute, die beim KTI zu uns kommen, haben bereits ein perfektes Produkt. Dann ist es aber vielleicht schon zu spät, um damit auf den Markt zu gehen. Man müsste diesbezüglich mehr wagen. Hinzu kommt, dass man in der Schweiz schnell als «Versager» abgestempelt wird, wenn man als Unternehmer gestrandet ist. Da wünschte ich mir eine Fehlerkultur, wie es sie beispielsweise in Amerika gibt. Man sollte auf den Erfahrungen der gescheiterten Person aufbauen, statt nur die Misserfolge zu sehen.

Was halten Sie vom Industriestandort Schweiz und wo sehen Sie diesen in 5 bis 10 Jahren?
Der starke Franken führt zu einer schleichenden De-Industrialisierung. Das ist gefährlich. Was ich aber auch sehe, ist eine Riesenchance – z. B. Industrie 4.0. Über diese spricht man viel zu wenig. Ich lese jährlich mindestens 100 Businesspläne von Jungunternehmen im Technologiebereich. Es sind genügend Themen im Innovationsbereich in der Schweiz vorhanden, dass wir den Standort sichern und die De-Industrialisierung minimieren können. Mit dem «Internet of Things», den IT-Systemen, Big Data und neuen Technologien, die man in Produktionsprozesse integrieren kann. In der Schweiz haben wir gute Hochschulen und die Kompetenz, um in diesem Bereich eine führende Rolle zu übernehmen.

Sollte die Produktion also ins Ausland verlagert werden und die Intelligenz im IT-Bereich respektive Innovationsbereich im eigenen Haus behalten werden?
Mit «Internet of Things» sollte es eigentlich möglich sein, die Produktion und Logistik von einem Standort aus weltweit zu kontrollieren. Das ist neu, dass man irgendwo sitzen und weltweit Prozesse überwachen und steuern kann. Um dies zu erreichen, muss man extrem innovativ sein und eine gute Infrastruktur haben – das haben wir alles in der Schweiz. Dafür muss man aber in die Ausbildung investieren.

ZUR PERSON
Monika Krüsi absolvierte ihr Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Zürich und promovierte dort in Wirtschaftsinformatik zum Thema Business Process Reengineering. Sie ist Managing Partner der Unternehmensberatung MKP Consulting AG und ebenfalls Coach bei KTI, der Innovationsförderagentur des Bundes. Bei McKinsey & Company war Monika Krüsi über zehn Jahre verantwortlich für Kunden aus dem Transportwesen und der Industrie mit Fokus auf Engineering, Anlagenund Maschinenbau. Sie war über drei Jahre Partnerin bei VI Partners AG, einer technologie- orientierten Beteiligungsgesellschaft. Bei der Burckhardt Compression AG ist Monika Krüsi Mitglied des Strategie- und Prüfungsausschusses. Weitere VR-Mandate: ACP Schweiz (Chip Design), Emch AG und CP Pumpen AG. Weiterhin ist sie Vorstandsmitglied im Technopark Luzern. Monika Krüsi ist verheiratet und Mutter von zwei Töchtern.

Rücktritt in Würde

DIE ABLÖSUNG – Wir kennen sie von Potentaten, welche vom Volk verstossen werden, wenn sie ihre Macht missbrauchen. In der Geschäftswelt sieht sie ähnlich aus: Börse und Verwaltungsrat agieren schnell, wenn das Management einmal nicht mehr tragbar ist. Bei kleineren Organisationen, wo ein Kontrollorgan wie der VR entweder identisch mit der Firmenleitung ist oder ganz fehlt, verursacht sie nicht selten Wirren. Und wenn sie gut läuft, merkt man nichts.

VR-Praxis 11/2015; TEXT CHRISTOPH HILBER
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Auch auf www.unternehmerzeitung.ch veröffentlicht.

Alphatiere sind dazu verdammt, erfolgreich zu sein. In der Regel sind sie das auch und schaffen durch ihre Energie, ihren Ehrgeiz und unbändigen Einsatz, ja – ihre ganze Persönlichkeit – einen ganzen Schweif von Einkommen, Arbeitsplätzen, Steuersubstrat und Innovationen, Produkten und Dienstleistungen, von denen die Bevölkerung oder andere Unternehmen profitieren können. Das ist ein gutes Gefühl, und man darf darauf auch stolz sein. Irgendwann aber kommt der Zeitpunkt, an dem der Zenit erreicht ist. Reitet man auf der tosenden Welle des Erfolgs, erhält der Gedanke an den Zenit nur wenig Aufmerksamkeit. Bläst der Wind rau in turbulenten Märkten, Währungskrisen und Skandalen, schaltet das Alphatier gerne nochmals einen Gang höher, um die neue Klippe auch noch zu überwinden. Man ist unersetzlich, keiner kann es besser, der Kapitän geht als Letzter von Bord. Selbst die Konsequenzen der natürlichen Alterung scheint bei einigen kein Grund zur Veränderung darzustellen.

OPTIONEN DER ABLÖSUNG
Dabei wäre jetzt vielleicht der Moment gekommen, um sich über seine Ablösung Gedanken zu machen. Ablösung heisst nicht unbedingt Austritt, sondern möglichen Nachfolgern die Chance zu geben, sein Werk weiterzuentwickeln. Wird die Ablösung dagegen zum Rücktritt, tönt es nach einer harten Landung, die nicht gewollt war. Es gibt verschiedene Optionen, wie und wann eine Ablösung stattfinden kann:
BEIM GRÖSSTEN ERFOLG Das ist der edelste und gleichzeitig härteste Zeitpunkt, denn es könnte noch ein grösserer folgen.
BEI MISSERFOLG Hier helfen in der Regel Dritte mit, ob Aktionäre, VR, die Banken oder einfach das leere Konto. Nicht empfehlenswert.
DURCH EINEN UMSTURZ Dies trifft zum Glück nur selten ein, aber doch: Die Bilder des Air France Personalchefs, dem das Hemd vom Leibe gerissen wurde oder Manager, welche im Büro als Geisel genommen werden – unschön, unnötig.
DURCH DEN RICHTER Das ist wohl das Schlimmste. Vielleicht sogar in Handschellen abgeführt zu werden, ist der Albtraum eines jeden erfolgreichen und verwöhnten Menschen. Etwas muss schief gegangen sein.
SELBST BESTIMMT Die Einsicht, sich Gedanken über die eigenen Ziele und Grenzen machen zu müssen, ist der Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) in eigener Sache. Nachfolgeplanung gehört bei Führungspersönlichkeiten spätestens ab dem 55sten Lebensjahr auf die Agenda. Nachfolgeregelungen sind bei Grossunternehmen ein Teil der Governance. Bei kleinen Unternehmen ist dies oft eine Frage der Kosten. Bis die passende Persönlichkeit gefunden ist, die Einarbeitung und Integration in die oft sensible Firmenkultur stattgefunden hat, braucht es seine Zeit. Und oft ist auch mehr als ein Anlauf nötig, bis der «Alte» loslassen kann, was der «Neue» übernehmen möchte.

FAZIT
Ablösung in Würde hat mit gesellschaftlicher und unternehmerischer Verantwortung zu tun. Viele CEOs, Patrons und Politiker nehmen diese vorbildlich wahr. Hier und da ist Eine(-r) blind vor Selbstsüchtigkeit und Arroganz, und hält sich tatsächlich für unersetzlich, wie in der Presse aktuell zu lesen ist. Auch wenn es sich «nur um einen Verband» handelt: Wer mit 79 Jahren nicht realisiert, dass die ganze Welt nur seinen Rücktritt wünscht, ist blind und vergibt viele Chancen. Statt den letzten Kick als Sieges-Tor zu verwerten, geht der Schuss nach hinten los und der Schütze endet im eigenen Sumpf, wenn nicht im Loch.

AUTOR
Christoph Hilber ist Betriebswirtschafter und seit sieben Jahren Headhunter mit eigener Firma: P-Connect Executive Search & Recruiting hat den Fokus auf Industrie (MEM), IT/Telekom und Positionen VR, GL und Spezialisten. Vorgängig war er in leitenden Linienfunktionen bei NCR/AT&T, diAx und Siemens.